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ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG
Erklärung der Free China Movement zu den Schuldsprüchen gegen Lee Cheuk-yan, Chow Hang-tung und Albert Ho
Die Free China Movement bringt den ehemaligen Führungspersönlichkeiten und Mitgliedern der Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China ihren tiefen Respekt und Dank zum Ausdruck. Über Jahrzehnte bewahrten sie die Erinnerung an den 4. Juni und standen an der Seite der chinesischen Demokratiebewegung, während Menschen in Festlandchina öffentliches Trauern verwehrt wurde.
Am 21. August 2026 sprach das Oberste Gericht Hongkongs Lee Cheuk-yan und Chow Hang-tung nach dem Nationalen Sicherheitsgesetz der Anstiftung zum Umsturz schuldig. Albert Ho hatte sich zuvor im selben Anklagepunkt schuldig bekannt. Nach den Plädoyers zur Strafmilderung am 28. August erklärte das Gericht, die Strafzumessung werde innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Der derzeit richtige Status lautet daher: schuldig gesprochen, Strafmaß noch ausstehend.
Viele von uns nahmen als Studierende an der chinesischen Demokratiebewegung von 1989 teil. Wir erinnern uns daran, wie die Menschen in Hongkong Jahr für Jahr mit den Kerzenmahnwachen im Victoria Park und durch ihre beständige Unterstützung für Demokratie und Menschenrechte an unserer Seite standen. Wir werden diese Solidarität nicht vergessen—und auch nicht diejenigen, die heute einen schweren persönlichen Preis dafür zahlen, diese Erinnerung zu bewahren.
Wir bewundern den Mut von Lee Cheuk-yan, Chow Hang-tung und Albert Ho in einem rechtlichen und politischen Umfeld, das sich seit Einführung des Nationalen Sicherheitsgesetzes 2020 grundlegend verändert hat. Friedliches Gedenken, demokratisches Engagement und öffentliche Debatten über politische Reform dürfen nicht zu Verbrechen gegen den Staat gemacht werden.
Hongkong wurde unter „Ein Land, zwei Systeme“ ein hohes Maß an Autonomie zugesagt. Artikel 5 des Grundgesetzes sieht vor, dass das bisherige kapitalistische System und die Lebensweise Hongkongs nach 1997 fünfzig Jahre lang—bis 2047—unverändert bleiben. Die Einschränkung von Meinungsfreiheit, friedlicher Versammlung und unabhängiger Zivilgesellschaft wirft ernste Fragen auf, ob diese Zusagen inhaltlich eingehalten werden.
Die Regierung Hongkongs vertritt die Auffassung, die Angeklagten seien rechtmäßig verurteilt worden, weil ihr Engagement eine Anstiftung zum Umsturz dargestellt habe. Wir widersprechen respektvoll der Annahme, dass friedliches Eintreten für Demokratie, das Gedenken an die Opfer des 4. Juni oder Forderungen nach politischem Wandel für sich genommen Umsturz darstellen.
Aufruf zu einer unabhängigen Justiz
Free China ruft die Gerichte Hongkongs auf, unabhängig zu handeln, diese Schuldsprüche erneut zu prüfen und aufzuheben. Die Kriminalisierung des friedlichen Gedenkens an den 4. Juni und demokratischen Engagements steht nach unserer Auffassung nicht im Einklang mit den Schutzbestimmungen des Grundgesetzes für Rede- und Versammlungsfreiheit und mit der Hongkong zugesagten Autonomie.
An Lee Cheuk-yan, Chow Hang-tung, Albert Ho und alle, die über so viele Jahre Kerzen im Victoria Park trugen: Danke. Eure Solidarität mit den Studierenden und Bürgern von 1989 ist nicht vergessen. Heute stehen wir an eurer Seite.
Medienkontakt
E-Mail: contact@freechina.live
Telefon: +1 (571) 895-7066
Website: freechina.live/de/
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