Zusammenfassung
Am 28. August 2026 verabschiedete der Ständige Ausschuss des NVK ein überarbeitetes Gesetz zur nationalen Verteidigungsmobilisierung mit Wirkung zum 1. Oktober sowie Änderungen des Anwaltsgesetzes mit Wirkung zum 1. September. Das Mobilisierungsgesetz stellt die Arbeit ausdrücklich unter die Führung der KPCh und regelt Planung, Reserven, strategische Güter, Rüstungsproduktion, zivile Requisitionen, Entschädigung, Information und Sondermaßnahmen. Das geänderte Anwaltsgesetz erklärt die Führung der KPCh zum Grundsatz anwaltlicher Arbeit, verlangt Parteiorganisationen in Kanzleien nach den einschlägigen Regeln und macht die Unterstützung der KPCh-Führung und des „sozialistischen Rechtsstaats“ zu beruflichen Voraussetzungen. Zugleich enthalten die Gesetze Schutzbestimmungen für anwaltliche Tätigkeit und Entschädigung. Für FCM ist entscheidend, ob unabhängige Gerichte und eine unabhängige Anwaltschaft diese Begrenzungen tatsächlich durchsetzen können.
Warum das wichtig ist
Die Bewegung für ein Freies China (FCM) hält gesetzliche Verteidigungsmobilisierung grundsätzlich für möglich, verlangt aber klare Auslöser, Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit, Befristung, parlamentarische Kontrolle, unabhängige gerichtliche Überprüfung und wirksame Rechtsbehelfe.
Redaktionelle Analyse des FCM
Diese Entwicklungen verdeutlichen einen wichtigen Unterschied zwischen Herrschaft durch Gesetze und verfassungsgebundener Rechtsstaatlichkeit in Festlandchina. Eine Regierung kann immer detailliertere Regeln für die Ausübung eigener Macht erlassen, ohne damit unabhängige und durchsetzbare verfassungsrechtliche Grenzen dieser Macht zu schaffen.
Eine Verteidigungsmobilisierung kann bei einer tatsächlichen militärischen Notlage notwendig sein. Außerordentliche Befugnisse sollten jedoch klaren Auslösern, Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit, zeitlichen Grenzen, parlamentarischer Kontrolle, unabhängiger gerichtlicher Überprüfung, wirksamen Rechtsbehelfen und fairer Entschädigung unterliegen. Das Gesetz von 2026 enthält selbst bestimmte Begrenzungen – etwa zu Erforderlichkeit, Angemessenheit, Beendigung nicht mehr notwendiger Sondermaßnahmen, Entschädigung und Haftung bei Missbrauch – die präzise anerkannt werden müssen.
Die tiefere verfassungsrechtliche Frage lautet, ob Institutionen, die tatsächlich unabhängig von der regierenden Partei sind, diese Begrenzungen gegenüber den Behörden durchsetzen können, die Mobilisierungsbefugnisse ausüben. Detaillierte Gesetzestexte allein lösen das Problem fehlender institutioneller Unabhängigkeit zwischen Machtausübung und Kontrolle nicht.
Das Anwaltsgesetz stellt dasselbe institutionelle Problem aus einer anderen Richtung. Ein Anwalt muss die Ansichten oder das Verhalten eines Mandanten nicht teilen, um dessen gesetzliche Rechte zu verteidigen; die Vertretung einer vom Staat beschuldigten Person sollte nicht davon abhängen, dass der Anwalt zuvor politische Loyalität gegenüber der regierenden Partei nachweist.
Die Bewegung für ein Freies China (FCM) ist daher der Auffassung, dass eine künftige demokratische Verfassungsordnung für Festlandchina eine unabhängige Anwaltschaft, unabhängige Gerichte, durchsetzbare Individualrechte und Notstandsbefugnisse unter demokratischer ziviler und parlamentarischer Kontrolle garantieren sollte. Nationale Sicherheit und individuelle Freiheit schließen einander nicht aus: starke Landesverteidigung und verfassungsmäßige Freiheit können – und müssen – zusammen bestehen.
Zugehörige Stellungnahme: Bewegung für ein Freies China fordert unabhängige Anwälte und durchsetzbare verfassungsrechtliche Grenzen für Mobilisierungsbefugnisse
Primärquellen
- Überarbeitetes Gesetz zur nationalen Verteidigungsmobilisierung
- Erläuterung des Justizministeriums zum geänderten Anwaltsgesetz
Sprachversionen: English · 简体中文 · 繁體中文 · Français · Deutsch · Español
Leave a comment