Hongkong: Drei Festnahmen wegen mutmaßlicher Aufwiegelung nach Gedenken an Prince Edward

NACHRICHT + KOMMENTAR | 5. September 2026 | P5-EVT-2026-0905-01

Die National Security Department der Hongkonger Polizei erklärte, sie habe am 3. September zwei Männer und eine Frau im Alter von 33 bis 79 Jahren wegen Handlungen vor der MTR-Station Prince Edward am 31. August festgenommen. Die Polizei behauptet, Personen hätten dort mit Blumensträußen gestanden und aufwieglerische Parolen gerufen; die drei Verdächtigen sollen gegen die Safeguarding National Security Ordinance verstoßen haben.

Es handelt sich um Polizeivorwürfe, nicht um gerichtlich festgestellte Schuld. Die Polizei wirft den Betroffenen außerdem vor, falsche Informationen verbreitet, die Hongkonger Regierung angegriffen und die Polizei verleumdet zu haben, um Hass gegen Regierung und Sicherheitsbehörden zu schüren. Unabhängige Berichte bestätigen die Festnahmen und ordnen die Versammlung als Gedenken an den Prince-Edward-Konfliktpunkt von 2019 ein.

Free-China-Kommentar

Friedliches Gedenken, das Halten von Blumen und politische Meinungsäußerung dürfen nicht allein deshalb kriminalisiert werden, weil Behörden die Botschaft oder historische Deutung ablehnen. Jede Strafverfolgung muss die konkret beanstandeten Worte und Handlungen benennen, die Rechtsgrundlage offenlegen und Zugang zu Rechtsbeistand sowie gerichtlicher Kontrolle gewährleisten.

Nationales Sicherheitsrecht darf nicht zum Instrument werden, um umstrittene öffentliche Erinnerung auszulöschen. Die Behörden müssen darlegen, weshalb konkretes Verhalten eine gesetzliche Strafbarkeitsschwelle überschreitet, statt das Gedenken selbst als Beweis für Aufwiegelung zu behandeln.

Quellen: Regierung Hongkongs, 5. September 2026; RTHK; South China Morning Post.

Leave a comment