Der Preis des Vertrauens in Peking: Eine Warnung, die Free-China-Stimmen Washington schon vor Jahrzehnten gaben

Miles Yus jüngste Kritik in der Washington Times an dem, was er als gefährlichen Mythos der „stillen Diplomatie“ mit der kommunistischen Regierung auf dem chinesischen Festland bezeichnet, wirft eine Frage auf, die Washington schon lange hätte stellen müssen: Wie viele nicht überprüfbare Zusicherungen braucht es noch, bevor Politik aufhört, die Versprechen eines autoritären Regimes als Ersatz für überprüfbares Verhalten zu behandeln?

Die Free China Movement begrüßt, dass immer mehr Stimmen in der amerikanischen Politik die Annahmen neu prüfen, die die China-Politik jahrzehntelang prägten. Doch diese Debatte begann nicht heute.

Rund um die Übergabe Hongkongs 1997 warnten Free-China-Aktivisten bereits davor, dass Demokratien nicht davon ausgehen dürften, politische Zusagen der Kommunistischen Partei Chinas würden Freiheit automatisch schützen, sobald Peking die politische Kontrolle übernommen habe. Zeitgenössische Medienaufzeichnungen dokumentieren die öffentliche Opposition von Shengde Lian und anderen Demokratieaktivisten gegen die Übergabe Hongkongs unter kommunistische Herrschaft.

Während der Kongressdebatte über Permanent Normal Trade Relations (PNTR) im Jahr 2000 gehörten Führungspersonen der Free China Movement zu den Demokratieaktivisten, die den Kongress aufforderten, Peking keinen dauerhaften Handelsstatus ohne substanzielle politische und menschenrechtliche Rechenschaftspflicht zu gewähren. Am 18. Mai 2000 sprach Shengde Lian bei einer Demonstration am Capitol Hill und rief zur Ablehnung von PNTR auf. Die zugrunde liegende Warnung war klar: Wirtschaftliche Einbindung ohne durchsetzbare politische Bedingungen könnte das kommunistische System schneller stärken, als sie es liberalisieren würde.

Ähnliche Bedenken äußerten chinesische Demokratiebefürworter im Zusammenhang mit Chinas WTO-Beitritt und der Vergabe der Olympischen Spiele an Peking. Die genauen FCM-Archivbelege zu diesen beiden Episoden werden noch überprüft; deshalb stellt diese Seite keine noch unbestätigte konkrete FCM-Erklärung oder Veranstaltung als gesicherte Tatsache dar.

Die Logik der damaligen Engagement-Politik war nicht irrational. Viele amerikanische Entscheidungsträger glaubten aufrichtig, Handel, Informationsflüsse, eine wachsende Mittelschicht und die Einbindung in internationale Institutionen würden politische Mäßigung fördern. Andere hielten Engagement für wirksamer als Isolation. Geschichte verlangt jedoch, Politik an Ergebnissen und nicht nur an Absichten zu messen.

Die Free China Movement schlägt daher einen anderen Standard vor: Vertrauen durch Verifikation ersetzen; Verpflichtungen zu Menschenrechten, Handel, Sicherheit und internationalen Abkommen mit messbaren Benchmarks und transparenter Berichterstattung verbinden; wiederholte Verstöße mit Konsequenzen beantworten; und das chinesische Volk klar von dem kommunistischen Regime unterscheiden, das es regiert, indem Kontakte zu unabhängigen chinesischen Denkern, Demokratiebefürwortern, Menschenrechtsverteidigern, Religionsgemeinschaften und der Zivilgesellschaft vertieft werden.

Politik muss außerdem über die bloße Verwaltung des kommunistischen Regimes hinausgehen und Chinas demokratische Zukunft ernsthaft in den Blick nehmen. Ein friedlicher Übergang zu einem freien, verfassungsmäßigen und demokratischen China sollte als legitimes langfristiges internationales Interesse gelten.

FCM verlangt nicht, dass amerikanische Entscheidungsträger jede Schlussfolgerung chinesischer Demokratieaktivisten übernehmen. Gefordert wird etwas Grundlegenderes: die Belege anzuhören, frühere Warnungen mit späteren Ergebnissen zu vergleichen und Chinas demokratische Zukunft in die politische Hauptdebatte zu bringen.

Die strategische Wahl darf nicht auf Anpassung an Peking oder Konflikt mit China reduziert werden. Es gibt eine weitere Möglichkeit: ein freies China, regiert durch verfassungsmäßige Institutionen statt durch Einparteidiktatur, in dem politische Macht letztlich den Bürgern gehört.

Originalquellen

Hinweis: Miles Yu ist hier eine externe Expertenquelle und kein Vertreter der Free China Movement. Die FCM-Bewertungen in diesem Beitrag sind eigenständige Positionen der Bewegung.

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